Klettersteig - Wochenende – Schweiz/Wallis 23.07. bis 26.07.2026
- Norbert Gmeiner
- 18. Aug.
- 3 Min. Lesezeit
Tourenbericht:
Auf ging es am Donnerstag frühmorgens. Punkt 5:00 Uhr ging es mit zwei Autos daheim los. Navi-Ziel: Schweiz - Wallis. Ab und zu ein kurzer Boxenstopp, Gipfellaune schon auf der Fahrt.
Gegen Mittag kamen wir in Brig-Raron an mit Sonne, Bergluft und Alpenpanorama. Die Ferienwohnung lag ruhig, mit Blick auf die Berge, es hieß, den Tag gleich nutzen und ab ging es in das Klettersteig-Wochenende mit drei Touren. Donnerstag – Klettersteig - Via Ferrata Eggishorn
"Balkon über den Aletschgletscher" (650 HM, K4)
Nach der Gondelfahrt zur Fiescheralp 2215 m erfolgt der Zustieg zur Via Ferrata Eggishorn, auf 2300 m. Über eine 80 lange Hängebrücke über einer Felsschlucht ging es nach oben. Die Route wechselte zwischen senkrechten Wänden, Traversen und leichteren Gehpassagen. Das Highlight: Die "Eggishorn-Leiter" mit 120 Stufen, die direkt auf einen Grat führte. Oben angekommen auf 2869 m hatten wir die volle Dröhnung Aussicht (Blick auf den 23 km langen Aletschgletscher, das Eismeer lag uns zu Füßen, eingerahmt von Jungfrau, Mönch und Eiger).
Die Klettersteige im Wallis sind perfekt für Gruppen mit unterschiedlichen Ansprüchen.
Von daher trennte sich die Gruppe am Freitag – zu zwei Klassikern.
Die Jungspunde suchten sich mit dem Daubenhorn einen schweren, sehr sportlichen, zudem längsten Klettersteig der Schweiz aus, der nicht für alle geeignet war. Da war noch mehr Kraft in den Armen und Beinen gefragt.
Freitag –Klettersteig Daubenhorn in Leukerbad (1000 HM, K5)
Von der Bergstation Sunnbüel 1940 m ging es zuerst über Alpweiden nach oben. Ab der Daubenhütte wurde es ernst.
Die Route führte die Jungs viele Höhenmeter am Grat entlang. Es gab drei Hängebrücken, eine davon 50m lang, und viele senkrechte Passagen. Oben wartete ein winziges Gipfelkreuz auf 2942m. Oben hatte man Aussicht ins Rhonetal bis nach Sion, an klaren Tagen wohl bis zum Genfersee, die Berner 4000er mit Wildhorn und Wildstrubel waren zu sehen, zudem Blick ins Lötschental und auf die Bietschhorn-Nordwand
Der Abstieg erfolgte über den Normalweg nach Leukerbad.
Der Rest der Gruppe absolvierte einen etwas einfacheren Steig
Klettersteig Baltschieder - "Der Wasserklettersteig (600 HM, K3-K4)
Dieser war deutlich kürzer, aber nicht weniger spektakulär. Der Zustieg folgte dem Baltschiedertal entlang tosender Wasserfälle. Der Klettersteig selbst verlief direkt neben und teilweise hinter den Fällen.
Die Route hatte viele senkrechte Passagen, war aber gut mit Klammern gesichert.
Belohnt wurde man mit Aussichten in eine 300 m Schlucht auf Ausserberg und ins Rhonetal, Blick auf die Bietschhorn-Südwand und auf den Baltschiedergletscher
Beide Gruppen trafen sich abends wieder in der Unterkunft.
Samstag - Via Ferrata Jegihorn (1100 HM, K5)
Der "König" zum Abschluss erfolgte wieder gemeinsam. Von Kreuzboden 2400 m war der Zustieg lang. Zustieg über Geröll zum Einstieg auf 2800 m.
Der Jegihorn ist hochalpin. Die Luft war dünn, der Fels extrem ausgesetzt. Der Klettersteig führte die komplette Südwand hoch. Schlüsselstelle war die 15m lange senkrechte Platte kurz unter dem Gipfel.
Oben auf 3206 m standen wir freistehend zwischen Dom und Täschhorn. Kein Geländer, nur der Wind und 1000m Luft unter uns.
Die Rundrumsicht auf alle 4000er des Saastals war phänomenal: Dom, Täschhorn, Alphubel, Allalinhorn, zudem war das Matterhorn zum Greifen nah, im Osten sah man das Monte Rosa Massiv mit Dufourspitze.
Der Abstieg erfolgte über den gleichen Weg. Knie und Kopf waren am Ende, aber das Gipfelfoto entschädigte für alles.
Das Wetter im Wallis kann schnell kippen, das war leider am Sonntag der Fall. Es war kein weiterer Klettersteig möglich. Der Regen verhinderte das.
Fazit der drei Touren
Alle waren froh, was man geleistet und geschafft hat.
Die Touren waren immer wieder fordernd für die Beine, die Konzentration musste beibehalten werden. Viele Höhenmeter hatten wir in den Beinen, aber auch ein Grinsen im Gesicht. Muskelkater ja, wenig bis keine Blasen, aber die Touren hatten alle unbeschadet geschafft.
Das Wetter spielte drei Tage mit: Blauer Himmel, kaum Wind, Fels schön trocken.
Abends hieß Duschen, Füße hochlegen. Es wurde zusammen gekocht und gegessen mit Blick auf die Berge im Abendlicht und einem Bier in der Hand. Es wurde über die Tour des Tages und Folgetouren diskutiert.
Die Unterkunft fühlte sich - nach zwei Autos voller Lebensmittel, Getränke und Bergklamotten - richtig nach "Basislager" an.
Nach vier wunderbaren Tagen ging es heimwärts ins Kinzigtal mit vielen Eindrücken im Gepäck.
Danke an Alle für die schöne gemeinsame Zeit!
Euer Hubert




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